- Die Sygnum Bank prognostiziert, dass KI-Agenten (Artificial Intelligence) die nächste Entwicklungsstufe im Finanzwesen vorantreiben werden.
- Vor diesem Hintergrund hat die weltweit erste regulierte Bank für digitale Währungen Live-Transaktionen mit diesen Programmen gestartet.
KI-Agenten-Test der Sygnum Bank
Laut Sygnum ist sie die erste in der Schweiz regulierte Bank, die einen KI-Agenten einsetzt, um Live-Transaktionen auf dem Markt für digitale Währungen zu testen. Dabei behielt der Kunde die Verwahrung, Zustimmung und Kontrolle über den gesamten Vorgang.
Während des Tests gab der Kunde Anweisungen im Klartext, um mehrstufige Live-Transaktionen auf einem Blockchain-Mainnet auszuführen. Der KI-Agent von Sygnum verarbeitete die Eingaben autonom und passte sie an bestimmte Smart Contract-Funktionen an. Anschließend signierte die selbstverwaltete Wallet auf dem Gerät des Kunden die Transaktionen.
Die Demonstration bewies, dass die KI von Sygnum mehrstufige On-Chain-Transaktionen durchführen kann, darunter den Transfer von Stablecoins, den Tausch von digitalen Währungen, das Eröffnen von Kreditpositionen, Token-Wrapping und die Bereitstellung von Liquidität, ohne dass Kunden die Kontrolle über ihre privaten Schlüssel abgeben müssen.
Das Sygnum-KI-Team nutzte für den Test seinen proprietären Model Context Protocol (MCP)-Server. Das KI-System der Plattform wurde unterdessen von Anthropics Claude angetrieben. Die MCP-basierte Architektur ist modell- und anlageklassenunabhängig, was bedeutet, dass sie mit der Weiterentwicklung des Ökosystems skaliert werden kann.
Die Verbindung von KI-Agenten mit Wallets ist die Zukunft des Finanzwesens
Thomas Frei, Leiter für KI und Datenanalyse sowie AI@Sygnum-Verantwortlicher bei der Sygnum Bank, glaubt, dass manuelle Transaktionen durch Menschen die nächste finanzielle Evolution nicht mehr vorantreiben werden. Bereits im nächsten Jahrzehnt sieht er den Trend dahin, dass KI-Agenten den gesamten Transaktionsfluss verwalten, bis hin zu Abwicklungen und Marktinteraktionen.
„Die Verbindung von KI-Agenten mit Wallets ist grundlegend für die Zukunft der Finanzwelt“, sagte Frei. „Im nächsten Jahrzehnt werden Agenten im Namen der Kunden Transaktionen durchführen, abwickeln und mit den Märkten interagieren.“
„Die größte Herausforderung besteht darin, dies so zu gestalten, dass die für Banken geltenden Standards in Bezug auf Einwilligung, Verwahrung und Vertrauen gewahrt – und sogar verbessert – werden“, fügte der Sygnum-Vertreter hinzu. „Genau das wollten wir lösen, und genau das zeigt dieses Pilotprojekt: dass eine regulierte Schweizer Bank ihren Kunden die Geschwindigkeit, den Komfort und die Zugänglichkeit einer agentengesteuerten Ausführung bieten kann, ohne dass diese jemals die Kontrolle über ihre Vermögenswerte abgeben müssen.“
Sygnums Ansatz bei KI-Agenten
Sygnum betonte, dass KI-Agenten früher ihre eigenen Wallets hatten, in denen Kunden die Kontrolle über ihre Vermögenswerte oder sogar ihre Schlüssel abgeben mussten. Der neue Ansatz gibt den Nutzern jedoch die vollständige Kontrolle, wobei die Bank lediglich als Brücke dient und ihnen den Zugang zur Live-Marktinfrastruktur sowie optimierte Arbeitsabläufe ermöglicht.
Darüber hinaus hob Sygnum hervor, dass sein von Menschen geleiteter, KI-gestützter Ansatz ein hohes Maß an Kundenschutz im Einklang mit den regulatorischen Standards gewährleistet.
Bislang hat Sygnum noch keinen konkreten Zeitplan für die kundenorientierte Version seines MCP-KI-Agentenmodells. Nach dem erfolgreichen Test unterliegt die Produkteinführung noch umfassenden regulatorischen, Compliance- und Sicherheitsprüfungen.







