- Strategy hat in den letzten sieben Tagen 90 Millionen Dollar in Bitcoin in seine Kasse gesteckt.
- Kritiker haben sich aber darüber lustig gemacht, dass das Unternehmen letzte Woche fast am Höchststand gekauft hat, obwohl BTC auf etwa 60.000 Dollar gefallen war, weil der durchschnittliche Kaufpreis bei 78.815 Dollar pro BTC lag.
Manche nennen das Überzeugung, andere sehen darin einfach nur Sturheit. Egal, was andere sagen oder denken, Strategy (früher MicroStrategy) füllt seine Bitcoin (BTC)-Reserven weiter auf, als gäbe es kein Morgen.
Strategys jüngster Bitcoin-Kauf
Am Montag hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass es zwischen dem 2. und 8. Februar 1.142 BTC für 90 Millionen Dollar gekauft hat. Das Unternehmen finanzierte den Kauf ausschließlich aus dem Erlös des Verkaufs von 616.715 MSTR-Aktien.
Durch diese neueste Entwicklung steigt der Bestand an digitalen Währungen von Strategy auf 714.644 BTC, was etwa 3,58 % der 19,98 Millionen im Umlauf befindlichen Einheiten der führenden Kryptowährung oder 3,4 % der 21 Millionen festgelegten Einheiten entspricht.
Bisher hat Strategy schon 54,35 Milliarden Dollar in seinen Bitcoin-Kriegskasse gesteckt, mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 76.056 Dollar pro BTC. Das ist ein kleiner Anstieg gegenüber dem Durchschnittspreis von 76.052 Dollar pro BTC in der Woche davor.

Ankündigung des Bitcoin-Kaufs durch Strategy (Quelle: Michael Saylor)
Kritik hagelt
Der Beitrag von Michael Saylor, dem Vorstandsvorsitzenden von Strategy, über den neuen Meilenstein des Unternehmens wurde von den Fans gelobt, die das Bekenntnis zu seinem Versprechen, nur BTC zu horten und niemals zu verkaufen, lobten. Wie immer zog er auch Kritiker an, die versuchten, Saylor und seine Fans zu provozieren.
Ein wichtiger Kritikpunkt der Experten war die Tendenz von Strategy, zu Höchstpreisen zu kaufen. Das kam daher, dass das Unternehmen seinen letzten Kauf zu einem Durchschnittspreis von 78.815 USD pro BTC tätigte, obwohl Bitcoin in der vergangenen Woche auf ein Rekordtief von rund 60.000 USD gefallen war, einen Preis, zu dem es zuletzt im Oktober 2024 gehandelt wurde.
Kritiker machten sich über Saylor und Strategy lustig, weil sie ihrem bevorzugten OTC-Handelsdesk (Over-the-Counter) erlaubt hatten, den Vermögenswert während des siebentägigen Trends nahe seinem Höchststand von 79.000 US-Dollar zu verkaufen.
Warum Strategy über OTC kauft
Angesichts der jüngsten Kritik stellt sich die Frage: Warum kauft Strategy weiterhin zu einem Aufpreis auf OTC-Märkten im Vergleich zu regulären Krypto-Börsen?
Wie die meisten institutionellen Großinvestoren kauft Strategy laut Bitgo aus strategischen Gründen lieber über OTC als über öffentliche Börsen wie Binance oder Coinbase. Erstens lassen sich Aufträge über Bitcoin im Wert von fast 100 Millionen Dollar nicht einfach mit einem Klick auf die Schaltfläche „Kaufen” ausführen. Der Auftrag wird in der Regel in kleine Transaktionen aufgeteilt, während die Marktmacher Käufer und Verkäufer zusammenbringen.
In diesem Szenario könnte eine Bestellung von fast 100 Millionen Dollar an einer öffentlichen Börse sofort alle verfügbaren Verkaufsaufträge auffressen. Dies würde zu einem allmählichen Preisanstieg führen, da die Kaufaufträge ausgeführt werden, was dazu führen würde, dass das Unternehmen für die letzten ausgeführten Aufträge viel höhere Preise zahlen müsste als für die ersten. Die Preisunterschiede vergrößern sich, wenn die Börse nicht über genügend Liquidität verfügt, um große Aufträge innerhalb eines kurzen Zeitfensters auszuführen.
OTCs haben normalerweise Zugang zu Dark Pools oder abgeschotteten, privaten Netzwerken von Verkäufern, darunter Miner und Institutionen, die ihre Bestände verkaufen wollen, ohne den BTC-Preis zu stürzen. Daher bietet dieses Modell eine Strategie für die Aushandlung eines Festpreises, wobei üblicherweise eine bestimmte Benchmark wie der volumengewichtete Durchschnittspreis (VWAP) herangezogen wird, um einen fairen Wert zu erzielen und gleichzeitig die Marktvolatilität zu verringern.
Darüber hinaus ermöglicht dieser Prozess Strategy, die Privatsphäre bei seinen Transaktionen zu wahren. Auch ohne Dark Pool könnte OTC den Großauftrag in mehrere Teilgeschäfte aufteilen, um sie diskret zu halten und Preisschwankungen zu vermeiden.
Ein Auftrag in Millionenhöhe könnte leicht ins Visier sogenannter „Whale Watchers” geraten. Schlimmer noch, Hochfrequenz-Handelsbots könnten den massiven Auftrag erkennen und vorauslaufen, indem sie Bitcoin vor Strategy aufkaufen, um es dann zu einem höheren Preis an sie zurückzuverkaufen.







