- WISeKey und die Tochterfirma SEALSQ haben gesagt, dass sie ihren Hauptsitz in Genf nach Pont-Rouge verlegen, weil sie das Geneva Quantum Center of Excellence starten wollen.
WISeKey, ein Top-Unternehmen für Cybersicherheit und IoT (Internet der Dinge), und die Tochterfirma SEALSQ, die sich auf Post-Quanten-Kryptografie spezialisiert hat, haben zusammen bekannt gegeben, dass sie ihren Hauptsitz in Genf nach Pont-Rouge verlegen. Die beiden in der Schweiz ansässigen Unternehmen wollen den Umzug bis August 2026 abschließen, da die WISeKey-Gruppe in diesem Jahr auch das Geneva Quantum Center of Excellence beherbergen wird.
Die Parteien betonten, dass der Umzug ihre schnelle Expansion und ihren Ehrgeiz widerspiegelt, die nächste Ära vertrauenswürdiger digitaler und Quantentechnologien anzuführen. Die Gruppe hat sich für Pont-Rogue entschieden, weil es strategisch günstig als fortschrittlichster und nachhaltigster Geschäftsbezirk der Schweiz liegt.
Pont-Rouge in Genf
Pont-Rouge ist ein nachhaltiges, gemischt genutztes Stadtentwicklungsgebiet in Lancy. Das Gemeinschaftsprojekt der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB/CFF) und des Kantons Genf wurde in mehreren Phasen zwischen 2023 und 2026 fertiggestellt.
Das Projekt in dem 100.000 m² großen Bezirk sollte ursprünglich ein Zentrum für internationale und multinationale Unternehmen sowie Nichtregierungsorganisationen (NGOs) werden. Da die Bemühungen um die Migration zur Post-Quanten-Kryptografie (PQC) aber zunehmen, entwickelt es sich zu einem wichtigen Zentrum für die Industrialisierung vertrauenswürdiger, quantensicherer digitaler Technologien.
Genfer Quantum Center of Excellence
Das Genfer Quantum Center of Excellence ist eine Initiative, die mit dem SEALSQ Quantum Investment Fund ins Leben gerufen wurde. Die Investitionsplattform hat über 100 Millionen Dollar bereitgestellt, um eine vertikale Root-to-Quantum-Struktur für eine souveräne, skalierbare Bereitstellung in den USA und Europa aufzubauen.
Das Projekt befasst sich mit Hardware, Infrastruktur, Qubit-Technologien, kryptografischen Algorithmen, IoT, Robotik und anderen Elementen, die für PQC wichtig sind. Gleichzeitig soll die Fragmentierung in den Bereichen Forschung, Hardware und Einsatz beseitigt werden, um ein kohärenteres Ökosystem für quantensichere Internetlösungen zu schaffen.
Die Quantenbedrohung für Kryptowährungen
Unter Cybersicherheitsexperten und Web3-Experten gibt es eine anhaltende Debatte über die Schwere der Quantenbedrohung für die Kryptowährungsbranche. Die einen warnen, dass über 30 % der Bitcoin (BTC)-Vorräte in Adressen liegen, die anfällig für weitreichende Quantenbedrohungen sind.
Andere wie Adam Back, ein Mitarbeiter des pseudonymen Satoshi Nakamoto und CEO von Blockstream, meinen, dass viele die Fähigkeiten des Quantencomputings, die kryptografische Sicherheit von Bitcoin zu knacken, übertreiben. Außerdem glauben sie, dass es Jahrzehnte dauern würde, bis die Quantentechnologie für BTC „relevant” wird. Einige haben das Ereignis sogar als eine Art Y2K-ähnliche FUD (Fear, Doubt, Uncertainty) beschrieben, ein Ereignis, das von der Öffentlichkeit als katastrophaler Softwarefehler wahrgenommen wurde, der die globale Infrastruktur zum Absturz bringen würde, sobald die Uhr auf das neue Jahrtausend umgestellt würde – nur um später durch proaktive Technik gelöst zu werden.
Trotzdem sind sich alle einig, dass Quantencomputer früher oder später die Kryptografie von Bitcoin knacken werden und dass die Welt jetzt in einem „Harvest Now, Decrypto Later”-Szenario steckt. Das macht das Geneva Quantum Center of Excellence zu einer wichtigen Verteidigungsinitiative auf dem Weg zu einer solchen Eventualität.







