- Die Schweizer Regierung schlägt zwei wichtige Änderungen ihrer Finanzgesetze vor, um Stablecoins und Krypto-Innovationen zu berücksichtigen.
Die Schweiz hat einen starken Finanzmarkt. Sie ist auch ein Nährboden für alte und neue Größen im Bereich Blockchain und digitale Vermögenswerte. Zug ist wegen seiner guten regulatorischen Rahmenbedingungen und Steuerregeln als Drehscheibe für diese Akteure bekannt.
Allerdings hinkt die Verbreitung digitaler Vermögenswerte im Finanzsektor des Landes hinter anderen Schwergewichten der Kryptoindustrie hinterher. Es schaffte es nicht einmal in die Top 20 des Chainalysis 2025 Global Crypto Adoption Index, der hauptsächlich von Ländern aus dem asiatisch-pazifischen Raum (APAC) besetzt war.
Bargeld bleibt König im täglichen Zahlungsverkehr der Schweiz, aber die jüngsten Fortschritte der Bundesregierung könnten bald zu einer deutlichen Wende führen.
Änderungen zum Finanzinstitutsgesetz in Bezug auf Stablecoins und Kryptowährungen
Am 22. Oktober hielt die Schweizer Regierung eine Sitzung ab, um die vom Bundesrat vorgeschlagenen Änderungen zum Finanzinstitutsgesetz (FinIA) zu diskutieren. Der Vorschlag sieht zwei neue Lizenzkategorien für Zahlungsinstitute und Krypto-Institute vor.
Das FinIA regelt die Lizenz- und Organisationsanforderungen für Finanzinstitute, die in der Schweiz tätig sind. Es gilt für Portfoliomanager, Treuhänder, Verwalter von kollektiven Vermögenswerten, Fondsverwaltungsgesellschaften und Wertpapierfirmen.
Das Gesetz sorgt für den Schutz von Investoren und Kunden der genannten Unternehmen. Außerdem sorgt es für finanzielle Stabilität in der Wirtschaft.
Die Vorschläge mit Fokus auf Stablecoins und Kryptowährungen
Laut einer Pressemitteilung zielt die neue Lizenz darauf ab, die derzeitige Fintech-Lizenzierung (Finanztechnologie) zu überarbeiten, um Stablecoins zu berücksichtigen. Anschließend werden mehrere Verpflichtungen für Emittenten und Verwahrer dieser digitalen Vermögenswerte aufgeführt, um Verbraucherschutz vor Insolvenz oder Konkurs zu gewährleisten und ihre Mechanismen zur Bekämpfung von Geldwäsche sowie andere Sorgfaltspflichten zu verstärken.
Dieser Schritt würde die Emittenten von Stablecoins effektiv unter das Schweizer Finanzrecht stellen. Laut Financial Times könnte dies ein Vorläufer für eine stärkere Unterstützung von Stablecoins durch die Schweizer Regierung sein, um die Nachfrage nach Staatsanleihen anzukurbeln, ähnlich wie die USA mit der Verabschiedung des GENIUS Act.
Die Schweizer Regierung definiert Stablecoins als Krypto-Vermögenswerte, die an den Wert ihrer zugrunde liegenden Vermögenswerte gebunden sind und durch einen wertstabilisierenden Mechanismus gestützt werden.
Die neuen Bestimmungen würden auch die Lizenz- und Betriebskriterien für Krypto-Institutionen betreffen. Um ihre progressive Haltung zu unterstreichen, will die Schweizer Regierung, dass die Regeln für Krypto-Unternehmen im Vergleich zu traditionellen Wertpapierfirmen lockerer sind. Außerdem betonte sie, dass Krypto-Dienstleister Anforderungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten erfüllen sollten, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, Marktmanipulationen zu vermeiden und die ungerechtfertigte Bereicherung von schlechten Akteuren in der Branche zu verhindern.
Die Konsultationen zu den Änderungen haben bereits am 22. Oktober begonnen und laufen bis zum 6. Februar nächsten Jahres.
Ausgewogene Regeln
Analysten warnen, dass die Schweizer Regierung bei den heiklen Regeln ein Gleichgewicht finden sollte, um Reputationsschäden zu vermeiden und traditionelle Finanzinstitute nicht zu verprellen. Außerdem gibt es eine anhaltende Debatte darüber, ob dies das konventionelle Bankmodell wirklich stärken oder untergraben wird.







