- Nike und StockX haben nach ihrer einvernehmlichen Einigung gemeinsam die Einstellung ihres seit drei Jahren andauernden Gerichtsverfahrens beantragt.
- Analysten sehen das als Win-Win-Situation, weil es ein mühsameres Szenario mit der Jury verhindert hat, das den Rechtsstreit noch länger hätte ziehen lassen können.
Nach drei Jahren hat der Schuh- und Bekleidungsriese Nike endlich seinen NFT-Markenrechtsstreit (Non Fungible Token) gegen den Online-Marktplatz und Bekleidungshändler StockX zum Fazit gebracht. Eine Entscheidung des US-Bezirksgerichts vom Freitag zeigte, dass die Parteien schon eine Einigung erzielt haben. Deshalb hat der Richter die Klage endgültig abgewiesen.
Der Richter hat keine Geldstrafen oder Entschädigungen angeordnet, da der Fall noch nicht vor die Jury im Oktober gekommen ist. Er hat auch nichts über die Bedingungen der Einigung gesagt, außer dass die Parteien ihre jeweiligen Anwaltskosten, Ausgaben und Kosten selbst tragen müssen.
Der Kläger und der Beklagte gaben in ihrer gemeinsamen Erklärung an, dass sie die Vorwürfe einvernehmlich und unter vertraulichen Bedingungen beigelegt haben. Da der Richter die Klage endgültig abgewiesen hat, kann keine der Parteien die Klage unter den gleichen Umständen erneut vorbringen.
Der Rechtsstreit zwischen Nike und StockX
Der Streit zwischen den Unternehmen begann im Jahr 2022. Nike beschuldigte StockX der Markenrechtsverletzung, Produktverwässerung und unlauteren Wettbewerbspraktiken. Grund dafür war der unbefugte Verkauf von Vault-NFTs durch StockX, die Bilder der charakteristischen Schuhe von Nike zeigten.
Nike argumentierte, dass die Handlungen von StockX Kunden zu der irrtümlichen Annahme verleiten, die Unternehmen hätten sich für ein Projekt zusammengetan. Darüber hinaus erklärte der Schuh- und Bekleidungshersteller, dass die falsche Assoziation zusammen mit den fragwürdigen Verkaufsbedingungen und Preisen der digitalen Währung „Vault“ seine Marken verwässert habe. Daher beantragte der Kläger beim Gericht, die weitere Ausgabe und den Verkauf der fraglichen NFTs zu untersagen. Außerdem forderte er eine nicht näher bezeichnete finanzielle Entschädigung für Schäden an seiner Marke und seinen Produkten.
StockX hat die Klage angefochten. Der Online-Händler hat darauf hingewiesen, dass seine Vault-NFTs lediglich digitale Belege für physische Waren von Nike seien. Sie seien also keine eigenständigen Produkte. Das Unternehmen erklärte, dass seine Handlungen sich nicht von denen von E-Commerce-Händlern und Marktplätzen unterschieden, die Bilder und Beschreibungen von Produkten verwenden, um physische Waren zu verkaufen. Das Unternehmen bestritt jegliche Falschdarstellung durch die NFTs, die Käufer verwirren könnte.
Später änderte Nike seine Klage und warf StockX den Verkauf gefälschter Sneaker vor. Es behauptete, dass die vom Beklagten verkauften Nike-Schuhe keine Authentifizierung durch den Hersteller hatten. Der Kläger fügte die neue Anschuldigung zu seinen Vorwürfen der Markenrechtsverletzung hinzu.
Eine Win-Win-Situation
Mehrere Analysten sahen den Schritt von Nike und StockX als Win-Win-Situation. Er verhinderte eine Gerichtsverhandlung, die den Fall hätte verlängern und die Kosten für die Prozessparteien erhöhen können. Außerdem wurde Nike dadurch erspart, dass seine Strategie zum Schutz geistigen Eigentums von der Jury neu bewertet worden wäre, was bei einem ungünstigen Urteil einen negativen Präzedenzfall für künftige Durchsetzungsmaßnahmen geschaffen hätte. Auf der anderen Seite konnte StockX so einer Haftung wegen der unbefugten Nutzung der Marke, der Produkte und des Images von Nike entgehen, insbesondere im Zusammenhang mit seinem umstrittenen NFT-Projekt.







